About
„Enjoy what you are doing,
otherwise don’t do it.“
Dies bekam ich von einem meiner besten Professoren, Sargy Mann, großartiger Maler
und Lehrer, zu hören.
Die Freude in die Arbeit reinzulassen hat was mit Entscheidung zu tun.
Es ist die Entscheidung sich vom Thema ergreifen - „bewohnen“ zu lassen.
Er sagte auch:
„nothing is more fascinating than reality”
und das jedesmal, wenn man die Wirklichkeit wirklich betrachtet und sich auf sie einläßt.
Sargy Mann, Professor in Camberwell School of Arts, erblindete und entwickelte eine Technik, die ihm ermöglichte bei fortschreitender Erblindung weitermalen zu können. Er war Pierre Bonnard Spezialist.
Mit 19 Jahren begann ich mit der Malerei in Rom und nach zwei Stationen, Zecca delle Stato und Riccardo Tommasi Ferroni, landete ich als Schülerin bei
Romano Parmeggiani* und durfte mehrere Jahre die Eitempera Technik lernen in ihrer uralten und meist vergessenen Form.
In der letzten Woche schenkte er mir die Rezeptur des Firnisses, die er nach 40 Jahren Suche gerade entdeckt hatte mit den Worten:
„Werf’ es nicht vor die Säue…“
Als echter Venezianer hatte er ein so starkes Farbempfinden, dass er am Abend des Erwerbs seines ersten Farbfernsehers denselben aus dem Fenster warf, weil er die Farben so grässlich fand.
*Symbolist und Surrealist, Zwillingsbruder von Tancredi
Romano Parmeggiani mit Sohn
Nach viereinhalb Jahren in Rom erlebte ich das nächste Farbwunder in der Radierwerkstatt von Aude de Kerros in Paris
“Eine gute Intention macht noch kein gutes Bild“
Aude de Kerros
Farbradierung ist eine seltene Technik
7 Jahre war ich an der Kunstakademie München bei Professor Heinz Butz* mit 6 Stunden Aktzeichnen pro Tag,
für die Fortgeschrittenen noch 2 Aktmalstunden am Nachmittag, und dann bei Professor Dengler.
Während dieser Zeit brach der Kontakt nach Paris nicht ab. In diesen Jahren, in denen das Naturstudium und die Technik im Vordergrund standen, wurde in mir die Frage immer lauter,
wie ich der Farbe und der inneren Wirklichkeit mehr Raum geben kann.
*Galerie Friedländer
Die Antwort kam durch den Maler
Philippe Lejeune*,
der mit einer nüchternen Strenge meinen Pinseln das Tanzen beibrachte.
* Schüler von Maurice Denis, Begründer der Künstler Gruppe Le Nabi
Bill Congdon*, den ich über Rocco Buttiglione kennenlernte, sagte mir:
„die größte Sünde meines Lebens ist, daß ich mich nicht mit dem menschlichen Antlitz befaßt habe…“
Dann zeigte er mir eines seiner letzten wunderschönen Bilder, ein beinahe monochromes, abstraktes Bild in den Mailänder Nebel Schattierungen, fast so zu spüren wie den Nebel selbst, mit den Worten:
„questo è Il Volto, Veronica, ma non lo puoi capire…“.
*Amerikanischer Actionpainter, lebte seit den 60 er Jahren in der Mailänder Umgebung